Was wird aus der Bergehalde der Grube Velsen?

Vor ein paar Jahren hieß es noch, die Halde Velsen solle künstlerisch umgestaltet werden. Pläne aus dem Büro des Saarbrücker Design-Professors Hullmann kursierten im Netz, wonach der Haldenkörper in eine vierseitige Pyramide ummodelliert werden sollte. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet wurde schon im Jahr 2008 auf dem Gipfelplateau ein wirklich beeindruckender (und gewiss nicht ganz billiger) Aussichtspunkt geschaffen, nur erfuhr davon keine/r, und öffentlich zugängliche Wege dorthin gibt es bis heute nicht.

Dafür gibt es jetzt Pläne, die Halde zu einem weiteren Standort für Photovoltaik zu „entwickeln“: Fünf Megawatt Strom, ausreichend für den Verbrauch von rund 1000 Haushalten, sollen es werden. Klingt ja erstmal gut, schmeckt aber doch sehr nach Feigenblatt, wenn man bedenkt, dass in Deutschland aktuell so viel Strom wie nie zuvor aus Braunkohle produziert wird. Energiewende? Bis jetzt heißt das ganz praktisch nur, dass immer mehr Strom aus immer dreckigeren und Umwelt zerstörenden Quellen erzeugt wird. Und ausgerechnet die RAG sorgt für den grünen Anstrich, indem sie auf jeder Halde, auf jedem Maulwurfshügel, für die sie keine Abnehmer findet, ein paar Sonnenkollektoren oder Windräder plant. Ob’s je zum Aufstellen kommt, weiß kein Mensch…

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Einen öffentlichen Zugang zur Velsener Halde gibt es immer noch nicht; ein Fahrweg führt über die benachbarte Mülldeponie, über die man zwar zu Fuß vom ehemaligen Absinkweiher zur Bergehalde gelangen kann, aber wer will schon über den stark kontaminierten Müllhaufen stiefeln. Die Abdeckarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, und vorne zur Warndtstraße hin versperrt ein massives Eisentor den Weg. Also arbeiteten wir uns wieder die Bermen hoch; immerhin: Kein Zaun oder Verbotsschild verwehrt einem das, und mit ordentlich Profil an den Schuhsohlen ist es auch kein größeres Problem.

Vor viereinhalb Jahren waren wir begeistert vom damals aktuell neu gestalteten Haldenplateau und dem grandiosen Rundumblick. Heute tat es weh, den immer noch nicht offiziell zugänglichen Aussichtspunkt so verwildert vorzufinden, dass die Aussicht zum Teil behindert wird. Frische LKW-Reifenspuren lassen ahnen, dass sich „Offizielle“ kürzlich den Ort angesehen haben. Photovoltaik und Naherholung sollen hier miteinander verbunden werden, aber es gab ja auch schon andere Pläne… Warten wir ab, was wird.

[ Zu einem früheren Beitrag über die Halde Velsen ]

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