Die Ensdorfer Bergehalde Duhamel
– Wie steht es ums Saarpolygon?

Uns stand der Sinn nach weitem Blick, und so fuhren wir mal wieder nach Ensdorf, zur Halde Duhamel. Neugierig waren wir auch, ob es schon sichtbare Fortschritte gibt, was die Errichtung des „Saarpolygons“ angeht, dem zentralen Denkmal für den im Juni 2012 beendeten Steinkohlenbergbau an der Saar. Ursprünglich sollte es ja schon am 30. Juni 2012 feierlich eröffnet werden, aber – es hat nicht sollen sein. Aktueller Stand ist, dass die Ausschreibung für den Bau der Landmarke wiederholt werden muss, da sie nur Angebote einbrachte, die von den Vorgaben abwichen und den Kostenrahmen erheblich überschritten. Jetzt heißt es, die technischen Vorgaben zu überarbeiten, möglichst unter Beibehaltung des Erscheinungsbildes, und – wenn alles gut geht – noch in diesem Jahr eine zweite Ausschreibung zu starten.

Wir parkten unser Auto in der Nähe des Endorfer „Sportzentrums“ am Fuß der Halde und machten uns an den Aufstieg. Um uns etwas Abwechslung zu gönnen, nahmen wir den „Steilaufstieg“, was sich als Fehler herausstellte. Zumindest wenn man keine fünfzig mehr ist und etwas außer Kondition, ist man mit dem „Flachaufstieg“ besser bedient. Der letzte, steile „Stich“, den beide Wege wieder gemeinsam haben, ist Herausforderung genug.

halde-duhamel-2013

Nach ein paar kleineren Pausen kam auch ich japsend oben an und war dankbar für die „Sinnenbänke“, von denen auch eine für uns frei war. Von Vorbereitungen fürs Saarpolygon ist nicht viel zu sehen: Die Anlage, mittels der die Halde mit Berge beschickt wurde, ist abgebaut, das Plateau ist eben planiert, und außer einem Container weist nichts auf bevorstehende Bauarbeiten hin. Auch die hölzerne „Himmelsleiter“ fanden wir nicht mehr vor. Ich dachte, sie sei schon in Vorbereitung für das Polygon entfernt worden, da nichts mit diesem auf dem Plateau konkurrieren optisch soll. Aber eine kleine Online-Recherche tags darauf ergab, dass die Himmelsleiter im August 2011 von Unbekannten in einer illegalen Nacht-und-Nebel-Aktion „erlegt“ worden ist. Nahe liegt die Vermutung, dass aufgebrachte Paraglider sie absägten; stellte sie doch für diese eine nicht geringe Gefährdung dar. [ Die Saarbrücker Zeitung berichtete ]

Aber von all dem unberührt ist natürlich die grandiose Aussicht von der Ensdorfer Halde auf die vielfältige (Industrie-)Kulturlandschaft im Saartal. Der Weg aufs Plateau der Ensdorfer Halde Duhamel lohnt immer wieder; es muss ja nicht die „Steilstrecke“ sein.

[ zu einem früheren Beitrag zur Landmarke ]

[ zu einem Bericht über den Landmarken-Wettbewerb ]

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